Im Rahmen der 16 Tage gegen Gewalt an Mädchen* und Frauen* macht der Verein Amazone täglich mit einem neuen Fakt darauf aufmerksam, warum wir uns als Gesellschaft mit Formen geschlechtsspezifischer Gewalt auseinandersetzen und Betroffene entsprechend unterstützen müssen.
- 2025 wurden bis dato 14 Femizide und 31 schwere Gewalttaten oder Mordversuche gegen Frauen* begangen.1
- Rund 90 Prozent aller Gewalttaten gegen Frauen* werden im Familien- oder sozialen Umfeld verübt: Vom Partner, Ex-Partner, Freund, Bekannten oder Familienmitglied.2
- In einer EU-weiten Umfrage zum Thema geschlechtsspezifische Gewalt befanden 42 Prozent der befragten Männer in Österreich, dass es Situationen gäbe, in denen „Geschlechtsverkehr ohne Einwilligung“ gerechtfertigt sei.3
- Frauen mit Behinderungen sind besonders von Gewalt betroffen. Studien zeigen alarmierende Zahlen: 76,7 Prozent erlebten physische, 50,9 Prozent sexuelle und 82,6 Prozent psychische Gewalt.4
- In Österreich sind 32 Prozent der Mädchen* und Frauen* von Gewalt im Netz betroffen: 15- bis 18-Jährige, Mädchen* und Frauen* mit einer anderen Erstsprache als Deutsch und queere Mädchen* und Frauen* sind überdurchschnittlich häufig betroffen.5
Diese und weitere ernüchternde Fakten werden vom Verein Amazone im Aktionszeitraum von 25. November bis 10. Dezember auf Facebook und Instagram (verein_amazone) geteilt, um mehr Bewusstsein zu schaffen und auf Unterstützungsangebote aufmerksam zu machen.
Denn: Geschlechtsspezifische Gewalt ist ein zentrales Thema in der Arbeit des Vereins Amazone sowie aller Frauen- und Mädchenberatungsstellen in Österreich, die jährlich ca. 120.000 Frauen* und Mädchen* unterstützen – dabei betreffen circa 40 Prozent der Beratungsanfragen das Thema Gewalt in der Beziehung. Jede dritte Frau* hat ab dem Alter von 15 Jahren körperliche und/oder sexualisierte Gewalt erlebt6 – das betrifft circa 1,6 Millionen Frauen* und verursacht massive volkswirtschaftliche Kosten. Die Folgekosten von Gewalt gegen Frauen* werden für Österreich auf 7,3 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Dies macht deutlich: Prävention wäre die kostengünstigste Lösung.
Dennoch werden die Angebote der Frauen- und Mädchenberatungsstellen derzeit eher eingeschränkt. „Die 16 Tage gegen Gewalt machen sichtbar, was es uns als Gesellschaft wert ist, Mädchen* und Frauen* vor geschlechtsspezifischer Gewalt zu schützen – es braucht klar einen Ausbau an Beratung, die Stärkung präventiver Angebote sowie eine klare, politische Prioritätensetzung“, meint Angelika Atzinger, Geschäftsführung im Verein.
Amazone und Vorstandsmitglied im Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen.
Die amazoneBERATUNG des Vereins Amazone ist Anlaufstelle für Mädchen* und junge Frauen* von zehn bis 25 Jahren. Die Beratungsthemen sind vielfältig: Schwierigkeiten mit Familie und Freund*innen, Sexualität, Ausbildung, Mobbing oder Gewalt. Angeboten werden niederschwellig zugängliche Gespräche und prozesshafte Beratungen – vertraulich, jugendparteilich und kostenlos. Einfach im amazoneZENTRUM oder bei einem der Termine in den Bezirken Dornbirn und Bludenz vorbeikommen, ein E-Mail (beratung@amazone.or.at) schreiben oder anrufen (05574 45801). www.amazone.or.at/beratung
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- vgl. Autonome Österreichische Frauenhäuser (o.D.). Abrufbar unter: https://www.aoef.at/index.php/zahlen-und-daten [Zugriff 13.11.2025] ↩︎
- vgl. BMFWF (o.D.): Allgemeines zu Gewalt gegen Frauen. Abrufbar unter: https://www.bmfwf.gv.at/frauen-und-gleichstellung/gewalt-gegen-frauen/formen-der-gewalt.html [Zugriff 13.11.2025] ↩︎
- vgl. Eurobarometer 449 (2016): Umfrage Geschlechtsspezifische Gewalt, Factsheet Österreich. Abrufbar unter: https://www.sexuellegewalt.at/site/assets/files/1448/ebs_449_fact_at_de.pdf [Zugriff 13.11.2025] ↩︎
- vgl. KOBV Österreich – Der Behindertenverband. Gewalt kennt keine Barrieren: Schutz für Frauen mit Behinderungen jetzt stärken. Abrufbar unter: https://www.kobv.at/gewalt-kennt-keine-barrieren schutz-fuer-frauen-mit-behinderungen-jetzt-staerken/ [Zugriff 30.10.2025] ↩︎
- vgl. Weisser Ring/Forschungszentrum Menschenrechte (2018): Gewalt im Netz gegen Frauen & Mädchen in Österreich. Seiten 69-70. Abrufbar unter: https://www.weisser-ring.at/wp-content/uploads/2019/10/Studie_Bestandsaufnahme_Gewalt_im_Netz_gegen_Frauen_und_M%C3%A4dchen_in_%C3%96sterreich.pdf [Zugriff 09.07.2025] ↩︎
- vgl. Statistik Austria (2022): Jede dritte Frau von Gewalt betroffen. Abrufbar unter:
https://www.statistik.at/fileadmin/announcement/2022/11/20221125GewaltgegenFrauen.pdf [Zugriff 13.11.2025] ↩︎





