ÖAAB-Landesobfrau fordert bessere Beschäftigungschancen für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – aktuelles Pensionsalter zuerst tatsächlich erreichen
Der ÖAAB Vorarlberg spricht sich klar gegen eine weitere Erhöhung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters aus. Bevor über ein noch höheres Pensionsalter diskutiert werde, müsse es gelingen, mehr Menschen tatsächlich bis zum derzeit geltenden gesetzlichen Pensionsantrittsalter in Beschäftigung zu halten. „Eine weitere pauschale Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters ist der falsche Weg, gerade da das Pensionsantrittsalter bei Frauen bereits schrittweise auf 65 Jahre angehoben wird. Wir müssen zuerst die Lücke zwischen dem tatsächlichen und dem gesetzlichen Pensionsantrittsalter schließen. Dafür braucht es Arbeitsplätze, an denen die Menschen gesund und dauerhaft bis zur Pension arbeiten können“, betont ÖAAB-Landesobfrau Veronika Marte.
Die aktuellen Zahlen unterstreichen den Handlungsbedarf: Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter lag in Österreich im Jahr 2025 bei Frauen bei 60,7 Jahren und bei Männern bei 62,4 Jahren. Männer traten damit im Durchschnitt rund zweieinhalb Jahre vor dem gesetzlichen Pensionsalter von 65 Jahren ihre Pension an.
Gleichzeitig verschärft sich die Situation älterer Menschen auf dem Arbeitsmarkt. Im August 2026 waren österreichweit 96.471 Menschen ab 50 Jahren arbeitslos gemeldet – um 6.202 Personen beziehungsweise 6,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit stieg die Arbeitslosigkeit bei den über 50-Jährigen mehr als doppelt so stark wie die Arbeitslosigkeit insgesamt, die um 3,3 Prozent zunahm.
Auch die Arbeitslosenquote steigt mit zunehmendem Alter deutlich an: Im ersten Quartal 2026 lag sie bei den 55- bis 64-Jährigen bei 9,5 Prozent und bei den 60- bis 64-Jährigen sogar bei 11,2 Prozent. Über alle Altersgruppen hinweg betrug die Quote 8,3 Prozent.
„Diese Zahlen zeigen, wie weit die Debatte über ein noch höheres Pensionsalter an der Realität vieler Menschen vorbeigeht. Wer mit 55 oder 60 Jahren seinen Arbeitsplatz verliert, findet häufig nur schwer wieder eine neue Beschäftigung. Für diese Menschen würde ein höheres Pensionsalter nicht automatisch mehr Beschäftigungsjahre bedeuten, sondern vielfach eine längere Zeit in der Arbeitslosigkeit“, stellt Marte klar.
„Wenn fast jeder zweite arbeitslose Mensch über 50 und mehr als jeder zweite arbeitslose Mensch zwischen 60 und 64 Jahren bereits langzeitbeschäftigungslos ist, kann die Antwort nicht lauten: Ihr müsst noch länger arbeiten. Wer länger arbeiten soll, muss zuerst eine echte Chance bekommen, überhaupt Arbeit zu finden“, unterstreicht Marte.
Der ÖAAB Vorarlberg fordert daher gezielte Maßnahmen, um ältere Beschäftigte länger im Erwerbsleben zu halten:
- Altersgerechte Arbeitsplätze
- Verstärkte betriebliche Gesundheitsförderung
- Bessere Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote
- Wirksame Anreize für Unternehmen, ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzustellen und im Betrieb zu halten
„Unser Ziel muss sein, das faktische Pensionsantrittsalter Schritt für Schritt an das gesetzliche heranzuführen. Solange ältere Menschen am Arbeitsmarkt deutlich schlechtere Chancen haben und Arbeitslosigkeit mit zunehmendem Alter immer häufiger dauerhaft wird, lehnen wir eine weitere Erhöhung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters entschieden ab“, so Marte abschließend.
Mehr Informationen bei: KO Veronika Marte Tel. 0664 4329931







