ÖAAB-Lehrerinnen und Lehrer: Verpflichtende Teilnahme wäre eine Ferienverkürzung durch die Hintertür
Die Sommerschule ist ein wertvolles Angebot, um Lerninhalte zu festigen, Wissenslücken zu schließen und Schülerinnen und Schüler gezielt auf das kommende Schuljahr vorzubereiten. Besonders im Bereich der Sprachförderung kann sie Kinder und Jugendliche wirksam unterstützen. Die steigenden Teilnehmerzahlen zeigen, dass das Angebot von vielen Familien gerne angenommen wird.
Für die ÖAAB-Lehrerinnen und Lehrer ist jedoch entscheidend, dass die Sommerschule sowohl für Schülerinnen und Schüler als auch für Lehrerinnen und Lehrer freiwillig bleibt. Motivation, Lernbereitschaft und ein positives Lernumfeld seien wesentliche Voraussetzungen für einen nachhaltigen pädagogischen Erfolg. Eine Verpflichtung könne diese Wirkung ins Gegenteil verkehren.
„Die Sommerschule ist ein sinnvolles und wichtiges Angebot, wenn Kinder und Jugendliche freiwillig daran teilnehmen und von motivierten Lehrerinnen und Lehrern begleitet werden. Wer daraus eine Verpflichtung macht, verkürzt die Ferien durch die Hintertür. Das ist aus pädagogischer Sicht der falsche Weg. Die Sommerschule soll gezielt fördern, Freude am Lernen vermitteln und den Start ins neue Schuljahr erleichtern – sie darf aber weder zur Strafmaßnahme für Schülerinnen und Schüler noch zur verpflichtenden Verlängerung des Schuljahres für Lehrpersonen werden“, betont der stellvertretende Obmann der ÖAAB-Lehrerinnen und Lehrer, Stephan Obwegeser.
Eine verpflichtende Teilnahme greife zudem zu kurz, weil Lernrückstände unterschiedliche Ursachen hätten und nicht innerhalb weniger Ferientage behoben werden könnten. Dafür brauche es während des gesamten Schuljahres eine gezielte Förderung, ausreichend Personal und passende Unterstützungsangebote. Ebenso wichtig seien für Kinder, Familien und Lehrpersonen verlässliche Erholungszeiten.
Die ÖAAB-Lehrerinnen und Lehrer sprechen sich daher für eine qualitative Weiterentwicklung der Sommerschule aus. Dazu gehören bedarfsgerechte Angebote, überschaubare Gruppengrößen, gute Rahmenbedingungen und eine frühzeitige Organisation. An der Freiwilligkeit müsse jedoch klar festgehalten werden.
Foto: ÖAAB Vorarlberg
Nähere Informationen bei: Mag. Stephan Obwegeser Tel. 0660 6523357






