Anwälte und Verschwörungen

RAU
Wir erhalten jetzt spannende Einblicke in die Welt der Superanwälte. Insge‐
samt drei Strafverteidiger hat der rechtskräftig wegen Untreue verurteilte
ehemalige Finanzminister und „Golden Boy“ Karl-Heinz Grasser beschäftigt.

Sehr bekannte Herren des Barreaus, einer davon sogar einst FPÖ-
Justizminister.

Zu diesen juristischen Superkapazundern kommt ein abgerissener älterer
Herr ohne Zähne und festen Wohnsitz, ohne eigenen Computer und sonstiges
Tech-Gerät. Aber er hat angeblich aus den Tiefen des Internets E-Mails jener
Richterin herausgeholt, die Grasser nach einem langen, akribisch geführten
Prozess verurteilt hat. In diesen E-Mails belastet sich die Richterin auf gro‐
teske Weise selbst, spricht von geheimen Konten, Zahlungen und einem
„Netzwerk“.
Wer mit einiger Erfahrung in der Politik und im Rechtswesen wird da nicht
sofort misstrauisch? Die Richterin hält angeblich schriftlich fest, dass sie
schon vor dem Beginn des Prozesses einem Anwalt die Verurteilung von Gras‐
ser zugesichert hat? Im, ausgerechnet, Internet?
Wer so etwas ernstlich in Erwägung zieht, ist entweder ein geeichter Ver‐
schwörungstheoretiker – oder ein Superanwalt von KH Grasser. Zugegeben,
die Anwälte hielten es für auch möglich, dass es sich um einen Betrüger han‐
delt. Sie setzen aber trotzdem ein gewaltiges Instrumentarium in Bewegung.
Für eine Fälschung. Und für die Beschädigung des Rechtsstaats.

KI-generiertes Bild

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